Wenn einer eine Reise tut

 

 

 

Unter diesem Titel konnte man das bezeichnen, was vor einiger Zeit im Pfarrsaal der Pfarrei Vilsbiburg zu hören war. Im Zusammenhang mit dem Christlichen Bildungswerk und der Ortsgruppe der KAB Vilsbiburg waren alle Pfarrangehörigen, zu einem Vortrag über Ghana und Burkina Faso eingeladen. Zur Freude der Veranstalter fand dieses Angebot großes Interesse, so dass Stadtpfarrer Peter König viele Zuhörer begrüßen konnte. Zusammen, mit Stadtpfarrer  König nahmen noch 3 Pfarrangehörige an dieser Reise teil. Der Anlass dazu war im persönlichen Bereich von Pfarrer König zu sehen. Es verbindet ihn schon lange eine Freundschaft mit dem emeritierten Bischof von Wa (Ghana) Paul Bemile. Dieser feierte im Sommer sein 50-jähriges Priesterjubiläum zu dem er auch Pfarrer König einlud. 3 Pfarrangehörigen schlossen sich ihm an und feierten mit. Schon bei der Landung in Accra gab es die erste Überraschung. Der amtierende Bischof Richard holte die Reisenden vom Flughafen in Accra ab. Nach einem 3-tägigen Aufenthalt folgte eine länger Fahrt nach Wa. Dort nahm die Gäste an den Feierlichkeiten im Dom zu Wa teil und erlebten die afrikanische Art den Gottesdienst zu feiern. Auch die am nächsten Tag stattfindende Erstkommunion und Firmung in einer anderen Pfarrei, zu die  Bischof Richard einlud, zeugte von einem lebendigen Glauben und begeisterten Menschen. Mit einer nie gekannten Freundlichkeit und Fröhlichkeit wurden die Gäste aus Deutschland empfangen. Am nächsten Tag hieß es, Abschied zu nehmen und die Fahrt nach Burkina Faso anzutreten. Ziel war die Diözese Kaya, die Pfarrei Korsimoro, zu der die Pfarrei Vilsbiburg ein besonders Verhältnis hat. Seit Jahren besteht hier eine Patenschaft. Ziel der Gruppe war es auch, diese Patenschaft zu vertiefen und neue Impulse zusetzen. Die Unterkunft fand die Reisegruppe bei den Franziskanern in Korsimoro. Gleich am nächsten Tag nahm man am täglichen Frühgottesdienst teil und wurde mit einem Begrüßungsgetränk willkommen geheißen.  Nach einem Rundgang durch das Pfarrzentrum konnte man sehen, dass die bisher geleisteten  finanziellen Hilfen gut angelegt waren und vieles bewirkten. So gibt es ein vielfältiges pfarrliches Leben. Es kam daher zu vielen Begegnungen mit den einzelnen Gruppen. In Gesprächen mit den Katechisten erzählten sie über ihren Einsatz in der Seelsorge, ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre positiven Erlebnisse. Die Jugend  und der Frauenbund wussten so wohl über ihre positiven, als auch negativen Erfahrungen zu berichten. Im Treffen mit den Pfarrgemeinderäten erfuhren die Gäste Schwierigkeiten, Probleme und Zukunftsplanungen dieser Pfarrei.  Dabei wurde auch der Neubau der Kirche erwähnt, die nur halbfertig steht und für dessen Fertigstellung die erforderlichen Geldmittel (ca. 80000 € ) fehlen.

 

 

Im Anschluss an diese Treffen stand eine Besichtigung der von Pater Maurice geleiteten Berufsschule. Hier werden unter fachkundiger Anleitung Jugendliche  im Schneiderhandwerk, als Metallarbeiter und Motorradmechaniker und im Schreinerhandwerk ausgebildet. In einem dazugehörigen Schlafsaal können die Jugendlichen übernachten. Neben dieser Chance einen Beruf zu erlernen bietet die Pfarrei Computerkurse an, die auch regen Zuspruch erfahren. Auch für kranke Menschen ist die Pfarrei eine Anlaufstelle. In einer Krankenstation, die von einem Arzt betreut wird und in der regelmäßig Sprechstunden stattfinden, wird erste Hilfe geleistet. Ein Problem, das dem Diözesanbeauftragten für Schulen unter den Nägeln brennt, ist die Schulsituation in diesem Land. Die Kinder gehen unter extrem schwierigen Bedingungen zur Schule. Keine Schulbücher, keine Inneneinrichtung, desolater Zustand der Gebäude. Beim Besuch bei Bischof Thomas bat er um Hilfe für eine Schule mit 700 Kindern die kurz vor der Schließung steht, da die erforderlichen Toiletten fehlen. Hier wäre ein Betrag von 5000 € nötig, um die Schließung zu verhindern. Voll mit  diesen Informationen, Eindrücken und Erlebnissen hieß es für die Reisegruppe an den Heimflug zu denken. Am letzten Tag des Aufenthaltes gab es noch eine Überraschung für die Gäste. Im Rahmen eines Gottesdienstes durfte Stadtpfarrer König 4 Kinder taufen. Nachher versammelte man sich am Kirchenvorplatz, wo die Gäste 4 Bäume pflanzen durften, als Ausdruck der Verbundenheit mit den Menschen in Korsimoro und der neuen Belebung der Patenschaft zwischen beiden Pfarreien. Fazit dieser Reise: “Die Partnerschaft zwischen den beiden Pfarreien hat vieles bewirkt. Das Geld, das in diese Pfarrei geflossen ist, ist gut angelegt. Viele Projekte wurden angestoßen und tragen somit zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen. Doch damit ist es nicht genug. Es bedarf weiterer Unterstützung durch die Partner, um die Projekte voran zu treiben. Auch ein reger Kontakt zu den Verantwortlichen vor Ort kann dabei helfen. Diese Partnerschaft soll und muss für die Pfarrei Aufgabe und Verpflichtung sein. Mit dieser Bemerkung schloss Pfarrer König den Vortrag. Um die Solidarität mit der Pfarrei Korsimoro  zu zeigen, spendeten sowohl die KAB als auch die Kolpingfamilie einen Geldbetrag und übergab ihn symbolisch an Pfarrer König weiter. Die Besucher dankten den Referenten für ihren Bericht. Zum Schluss wurde Frau Berger, die Initiatorin und langjährige Kontaktperson der Patenschaft für ihr Engagement geehrt.

Monika Kaspar