Wallfahrt Pfarrei Seyboldsdorf

 

 

Um ein vor 280 Jahren  gegebenes Versprechen einzulösen,  waren am Pfingstmontag die  Angehörigen der Pfarrei Seyboldsdorf zur Wallfahrt nach Maria Hilf eingeladen. Leider erlaubten es heuer die  gegenwärtigen Umstände nicht,  die Prozession im herkömmlichen Weise zu begehen. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm der Kirchenchor Seyboldsdorf unter Leitung der Kirchenmusikerin Frau Wirtmüller. In diesem Jahr machte sich Klaus Glas als Kreuzträger , stellvertretend für die Pfarrangehörigen mit dem Prozessionskreuz  zu Fuß auf den Weg von Seyboldsdorf zur  Wallfahrtskirche Maria Hilf. Waren es in den vergangenen Jahren bis zu 30 Teilnehmer, die sich auf den 6km langen Weg machten und sich anschließend bei einer Brotzeit im Pfarrgarten trafen, nahm so nach und nach die Zahl der Wallfahrer, vor allem der älteren Leute zu, die mit dem Auto die Wallfahrtskirche zum Gottesdienst fuhren. Besonders erfreulich war es, dass  eine kleine Gruppe von  Erstkommunionkindern des letzten Jahres mit ihrem eigenen Wallfahrtskreuz und in Begleitung von einigen Frauen aus der Pfarrei, den Weg nach Vilsbiburg auch zu Fuß zurücklegten. Einige Pilger nahmen es auf sich und machten sich in kleinen Privatgruppen auch auf den Weg. Begleitet mit Stadtpfarrer Peter König zog der Kreuzträger in die Wallfahrtskirche ein. Dort begrüßte der Geistliche die unter vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen versammelten zahlreichen Pilger. In seiner Predigt ging der Geistliche auf den Ursprung dieser Wallfahrt ein. Seit 280 Jahren machen sich die Angehörigen der Pfarrei Seyboldsdorf auf den Weg zur Wallfahrtskirche Maria Hilf, um ihr Gelübde  zu erfüllen. Im Jahr 1741, so laut Bartholomäus Spirkner, aus der „Geschichte der Grafen von Seyboldsdorf,“ herrschte in Seyboldsdorf eine ansteckende Krankheit, die zahlreiche Todesopfer forderte. Dies könnte der Anlass für das Gelübde gewesen sein. 103 Jahre später  1844 herrschte im Ort die Frieselkrankheit, 3 Personen starben daran. Diese Krankheit schien die Ursache der jetzt noch in der ganzen Umgebung gebräuchlichen Votivprozession auf den Maria Hilf  Berg bei Vilsbiburg  gewesen zu sein. Stadtpfarrer König zog einen Vergleich der Menschen damals mit der der heutigen Situation.  „Auch jetzt infizierten sich viele mit dem  Coronavirus, kaum sichtbar und gefährlich,  der viele Todesopfer fordert, die Wirtschaft, die Politik und die Kirche lähmt. Der Geistliche  bedankte sich bei den  Anwesenden, die das Kreuz  sichtbar von Seyboldsdorf  zum Gnadenbild nach Vilsbiburg brachten. „Maria wurde uns von Jesus als Mutter geschenkt. Sie stand unter dem Kreuz, sie steht auch in dieser Coronapandemie und in Jahren des Leids und der Ungewissheit als unsere Fürsprecherin zu uns. Zu ihr dürfen wir immer mit unsere Anliegen und Bitten kommen“ so Stadtpfarrer Peter König. Mit Gewissheit, das Gelübde erfüllt zu haben beendete der Geistliche mit dem Segen den Pilgergottesdienst.

 

Monika Kaspar