Toleranz statt Rassismus

Viele Besucher beim Jugendpfarrfest „Rock am Turm“: Die Kirche einmal erfrischend anders erlebt

Vilsbiburg. „Rock am Turm“. Unter diesem Titel findet das Jugendpfarrfest, das von den Ministranten der Stadtpfarrkirche organisiert wird, immer größeren Zulauf. Das Fest war am vergangenen Samstag ein lustiger, fetziger und langer Abend, dem ein abwechslungsreicher, modern gestalteter Jugendgottesdienst voran ging.
Zusammen mit der katholischen Jugendstelle Landshut präsentierten die Ministranten in diesem Jahr einen „Holywood-Gottesdienst“ mit Stadtjugendpfarrer Tobias Hartmann aus München. Im Gottesdienst wurden Filmausschnitte gezeigt, die alle Sinne der Besucher ansprechen sollten. Hartmann arbeitet schon seit einigen Jahren mit Filmelementen im Gottesdienst, der dadurch eine erfrischend junge Note bekommt.
Provokant begann er schließlich seine Predigt: „Wer von Euch ist rassistisch ?“ Nachdem sich erwartungsgemäß niemand meldete, formulierte er die Frage anders: „Wer hat Vorurteile ?“ Im Alltag erlebe man immer wieder Situationen, in denen man anders aussehenden oder anders denkenden Menschen mit Vorurteilen begegne. „Die Christen sind dazu berufen, die Freiheit und Würde jedes Menschen zu verteidigen. Wo Hass und Rassismus verbreitet wird, haben Christen nichts verloren. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes“, sagte der Jugendpfarrer und sprach dann Klartext: „Die Lehre der Kirche zum Rassismus ist eindeutig: Alle rassistischen Theorien widersprechen dem christlichen Glauben und der christlichen Liebe.“
Fürbitten per Smartphone
Altergruppengemäß kamen bei den Fürbitten die Smartphones zum Einsatz: Die jungen Kirchgänger konnten die eigenen Träume und Wünsche in das Handy einzutippen, die dann auf der Leinwand vor dem Hochtaltar zu sehen waren.


Der Jugendgottesdienst beeindruckte auch mit einer außergewöhnlichen Kirchenmusik: Die musikalische Gestaltung hatte der Klangprojekt-Chor aus Bonbruck übernommen. Die rund 30 Sänger und Instrumentalisten, die seit Januar 2018 gemeinsam unterwegs sind, hatten neue geistliche Lieder sowie weltliches Liedgut mitgebracht und konnten damit musikalisch überzeugen. Chorleiterin Ulrike Sager sagte, der Chor wolle mit seinen Liedern und seiner Musik Freude bereiten und die Gottesdienstbesucher berühren.


Nach dem Gottesdienst wurde gemeinsam auf dem Pfarrplatz gefeiert. Dort sorgte die Band „Edit.Sprinter“ für rockige Klänge, die zum Motto des Jugendpfarrfestes passten. Jung, dynamisch und spritzig schafften es die fünf Musiker aus Landshut und Vilsbiburg mit tanzbaren Rhythmen und der unvergleichbaren Stimme ihrer Frontfrau Sophia die emotionale Brücke zu ihren Zuhörern zu schlagen.
Die Mitglieder des Jugendchors der Pfarrei verwöhnten derweil die Gäste mit Cocktails und kühlen Getränken. Am Lagerfeuer konnte man sich wärmen und am späteren Abend kamen die „Dancing Spirits“ und beeindruckten mit ihrer Feuershow.


Dominik Götz präsentierte im Pfarrheim zu ersten Mal „Lightpainting“, das großes Interesse unter den Gästen hervorrief: Bei dieser Lichtmalerei lässt man den Verschluss der Kamera über eine längere Zeit offen und „malt“ mit Licht im dunklen Raum.


Wie beliebt „Rock am Turm“ mittlerweile ist, zeigte sich im Anschluss an den Gottesdienst. „Wir waren richtig überrascht, wie viele Leute gekommen sind“, hieß es bei den Ministranten, die am Samstagabend bis deutlich nach Mitternacht gefeiert haben. Das Konzept, ein Fest ohne harten Alkohol zu machen, ermöglichte es, dass am früheren Abend auch jüngere Gäste zur Party der Ministranten kommen konnten. Gegen den Hunger wurden Würstel vom Grill angeboten.
Im nächsten Jahr feiert „Rock am Turm“ sein erstes Jubiläum: Vor zehn Jahren hatte das erste Jugendpfarrfest stattgefunden. Die Vorbereitungen für das Jubiläumsprogramm beginnen in Kürze.

 

 

Von Irmgard Sattler