Faire Mehrwegnetze statt Plastiktüten

Eine-Welt-Laden-Sortiment ist umweltfreundlich

 

 

Vilsbiburg. Rechtzeitig  zum Mittefastenmarkt wird es im Eine-Welt-Laden bunt und umweltfreundlich. Am Markttag werden diesmal nicht nur die altbekannten Fairprodukte Kaffee, Tee, Schokolade, Gewürze und ähnliches im Mittelpunkt stehen. Ladenchefin Conny Eckart hat in Absprache mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, bei der jüngsten Warenbestellung Tassen, Teller, Brotboxen, Trinkflaschen, Einkaufskörbe und Mehrwegnetze geordert - alles fair und umweltfreundlich.

 

Im Gespräch mit den Ladendamen wird schnell deutlich, wie sehr den Frauen nachhaltiges und umweltfreundliches Einkauf am Herzen liegt. Besonders die appetitlichen Mehrwegnetze werden als echte und gute Alternative zu den Plastikverpackungen von Obst, Gemüse und Backwaren angepriesen. Für unsere Großeltern war es eine Selbstverständlichkeit, die Lebensmittel nach dem Einkauf samt Papiertüte in einer Tasche oder im Einkaufsnetz zu verstauen. Irgendwann in den siebziger/achtziger Jahren verdrängten abgepackte Portionen bei Obst und Gemüse allmählich die lose Ware. Plötzlich wurden Äpfel, Birnen, Tomaten, Gurken und Karotten in gängigen Gewichtseinheit in Plastikschalen angeboten oder waren portionsgerecht in dünne Plastikhaut geschweißt. Dahinter stand die, zum Teil verständliche, Erklärung: „Vorverpacktes Obst und Gemüse ist geschützt, es schaut frisch und knackig aus, es ist hygienischer weil es nicht angefasst wird und angeblich entsteht auch weniger Abfall als bei losem Verkauf. Aber die andere Seite der Medaille sieht leider so aus: Jeder Bundesbürger sorgt mittlerweile durch seine Einkäufe jährlich für 37 Kilogramm Plastikmüll. Dabei gehört Plastik zu den umweltschädlichsten Erfindungen überhaupt. Acht Millionen Tonnen landen jährlich im Meer, kleinste Plastikpartikel gelangen nahezu ständig an die Luft, in den Boden und in das Grundwasser - das alles hat mit Sicherheit keine gute Auswirkungen auf unsere Gesundheit und schon gar nicht auf die Umwelt.

 

„Plastikfasten“ mit Mehrwegnetzen aus reiner Bio-Baumwolle, naturbelassen und zu einem moderaten Preis im Weltladen erhältlich, wären doch eine gute Idee für den Marktsonntag. Die waschbaren Netze werden nach den Fair- Trade-Kriterien in Indien gefertigt - zum Teil von körperlich, geistig und sozial benachteiligten Menschen. Faire Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen helfen den Mitarbeiter/innen ihren Lebensunterhalt und ihre Unabhängigkeit zu sicher.

Zu einem besonderes Phänomen steigerte sich in den letzten Jahren der „Coffee-To-Go“ Konsum. Irgendwann um die Jahrtausendwende war es plötzlich nicht mehr üblich, den Frühstücks-Kaffee zu Hause zu trinken. Latte Macchiato, Cappuccino , Milchkaffee und andere gefragte Heißgetränke werden dem Trend entsprechend im praktischen To Go Becher immer und überall auf der Straße, im Bus oder im Büro konsumiert. Kaum jemand macht sich darüber Gedanken, dass allein in Deutschland stündlich etwa 320.000 solcher Becher im Müll landen. Als Alternative bietet der Weltladen hübsche Mehrwegbecher uns langlebigem, recycelbarem Bambus mit einem Deckel aus gesundheitlich unbedenklichem Silikon an. Dazu passt die „Nana Brotbox“, ebenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen - ohne Weichmacher, ohne Erdöl, schadstofffrei und lebensmittelecht.

 

Fröhlich buntes Geschirr aus Bambusfasern, gleichermaßen geeignet für's Büro oder den schnellen Imbiss zu Hause, ergänzt derzeit das Ladensortiment. Die BIOBU-Produkte werden in der Nähe der Hafenstadt Shanghai in einer kleinen Fabrik von 60 Mitarbeiter/innen hergestellt. Die Arbeitsbedingungen in dem BIOBU-Betrieb sind vorbildlich: „Die Löhne sind überdurchschnittlich und existenzsichernd, Frauen und Männer erhalten die gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit. Alle haben einen festen Arbeitsvertrag und sind krankenversichert, arbeiten pro Tag acht Stunden mit drei Pausen und die Arbeitswoche hat sechs Tage. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre und die Produktionsräume sind hell, sauber und möglichst staubfrei“.

 

Bienenwachstuch an Stelle von Frischhaltefolie ist ein weiteres neues Angebot im Eine-Welt-Laden. Dazu gibt es folgende Information: „Bienenwachs ist ein natürliches Konservierungsmittel und durch den reichen Anteil an Propolis besitzt das Wachstuch eine hohe antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkung. Die Atmungsaktivität des Tuches bewirkt, dass sich an den Lebensmitteln kein Kondenswasser bildet, dadurch ist es zum Beispiel optimal für Brot und Käse. Das Wachstuch ist abwaschbar und wiederverwendbar“.

 

Mit einem umfangreichen Sortiment an bunten Einkaufskörben aus Madagaskar wird das nachhaltige Laden-Angebot zum Thema „Plastikverzicht beim Einkaufen“ abgerundet. Das Grundmaterial der Korbtaschen sind Blätter der Raphia-Palme. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die mit Ernte und Herstellung der Körbe beschäftigt sind, bekommen einen gerechten Mindestlohn, sie sind Gesundheits- und Rentenversichert und erhalten täglich eine vergünstigte Mahlzeit. Besondere  Unterstützung wird Angestellten mit Kindern zugestanden. Damit der Schulbesuch gewährleistet ist, gibt es Zuschüsse zum Schulgeld und bei Schuleintritt eine Tasche mit Schulmaterial und die Schuluniform.

 

Es gibt viele gute Gründe am Markttag auch einen Abstecher in den Eine-Welt-Laden zu planen und vielleicht einen der hübschen Körbe, möglichst zusammen mit Mehrwegnetz und Mehrwegbecher zu erstehen. Die Mitarbeiterinnen im Fair-Laden sind jederzeit gern zu einem Gespräch bereit und sie hoffen, nicht nur beim Mittefastenmarkt, aufgeschlossene und umweltbewußte Kunden mit dem neuen Artikeln überzeugen zu können.

 

Am Marktsonntag ist der Eine-Welt-Laden von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Ansonsten kann Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am Samstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr eingekauft werden.

 

Evelyne Betz