Ministranten Vilsbiburg: Picknickgottesdienst

Dem Himmel so nah

 

Das Gefühl von Gemeinschaft und Freiheit, so schmerzlich vermisst in den vergangenen Wochen, ist in den Fokus gerückt. Ob Familie, Freunde oder die Gemeinde, nach den Kontaktbeschränkungen ist jedes Miteinander besonders wertvoll. Auch die Kirchen freuen sich darüber, seit ein paar Wochen wieder Gottesdienste im Freien abhalten zu können – bestimmte Auflagen sind dabei nach wie vor einzuhalten. So haben sich die Ministrantinnen Sabrina Rebmann, Lisa Neudecker, Silvia Hofmeier und Anna Buchner zusammen mit Jugendseelsorger Andreas Steinhauser Gedanken gemacht, wie man eine Art von Gottesdienst anbieten könne, der auch für Jugendliche und Familien ansprechend ist. Als Zelebrant und Prediger des Abends konnte Pfarrer Tobias Rother aus Velden gewonnen werden. Zusammen mit Pfarrer König und Pfarrvikar Prosper zelebrierte er den Gottesdienst. „Da Rock am Turm nicht stattfinden kann, wollten wir eine Alternative finden und haben uns überlegt, wie und wo man solch ein Konzept umsetzen kann. So entstand die Idee, dass wir den Gottesdienst nach draußen verlegen“, sagte Sabrina Rebmann. Daraus entstanden ist ein Picknick-Gottesdienst unter freiem Himmel. Mitbringen mussten die Teilnehmer lediglich eine Decke. „Die Picknickdecke schafft für die Familien eine Begrenzung und eine sichere Zone, in der sie dann auch die Masken abnehmen können. Letzten Sonntagabend haben etwa 150 Personen bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel gefeiert. Zum Gottesdienstmotto „dem Himmel ganz nah“ passend, trug Sabrina Rebmann den Psalm 121 als Lesungstext vor. In der Predigt zog Pfarrer Rother Vergleiche mit dem Psalm 121 und der Situation auf dem Berg. So entsteht ein Bezug zwischen der biblischen Geschichten und der aktuellen Situation. In diese Überlegungen und Befürchtungen hinein redet der Psalm 121: Gott muss sich nicht erholen. Seine Kraft verbraucht sich nicht. Er ist nicht wie Menschen. Du musst nicht erst die Aufmerksamkeit Gottes für Dich wecken. Du musst dich nicht interessant machen. Du musst ihn nicht motivieren, Dir zu helfen. Denn Du bist ein Kind seines Interesses, seiner Aufmerksamkeit und seiner Liebe. Hab keine Angst, Du störst Gott nicht! Er wird deiner nicht müde, leid und überdrüssig. Hilfe kommt von Gott. Der Wanderer weiß also, wo er Hilfe bekommt. Er muss gar nicht mehr suchen. Er hat ihn schon längst gefunden. Er weiß: Hilfe kommt von Gott. „Trotz der Abstandsregeln sollen die Familien bei dem Picknick-Gottesdienst ein Miteinander erleben und ins Gespräch kommen. Das Feedback nach dem Gottesdienst war sehr gut. Die Familien haben sich sehr gefreut, dass es wieder eine andere Form von Gottesdiensten gibt, die auch Kinder und Jugendliche anspricht. Es gibt wieder etwas Lebendiges, einen Ort, an dem man sich treffen kann.“ In den Fürbitten wurde auch den Opfern der Hochwasserkatastrophe gedacht. Nach der musikalischen und gesanglichen Umrahmung durch Martina Strobl und dem eigens gegründeten Ministranten-Chor genehmigten sich manche Gottesdienstteilnehmer am Pfarrplatz das mitgebrachte Picknick. Wer wollte, konnte auch den aufblasbaren Kletterfelsen vom Kreisjugendring Landshut erklimmen.

 

Irmgard Sattler