Glaube und Brauchtum an Mariä Lichtmess und St. Blasius

 

Kerzenweihen und Lichterprozessionen: Der 2. Februar ist ein wichtiger Tag im Kirchenkalender. An "Mariä Lichtmess" endete früher die Weihnachtszeit. Und spätestens jetzt merkt man: Die Tage werden wieder deutlich länger. Weihnachten liegt genau 40 Tage zurück, wenn die katholische Kirche das Fest "Darstellung des Herrn" feiert. Bekannt ist es unter dem Namen Mariä Lichtmess. An diesem Tag stehen die Kerzen besonders im Mittelpunkt. Den Blasiussegen spendet der Priester im Anschluss an die Messe an Mariä Lichtmess oder einen Tag danach. Auch bei diesem Segen spielen Kerzen eine zentrale Rolle. Der Priester spricht dabei: „Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“

Der Lichtmesstag am 2. Februar hat ein biblisches Ereignis als Festanlass: Weil das mosaische Gesetz vorschrieb, ein neugeborenes Kind innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel zu bringen folgten – der Tradition nach – auch die Eltern Jesu dieser Vorschrift. Von dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna wird er als der eigentliche Herr des Tempels erkannt und benannt . Dieses biblische Ereignis wurde zu einem christlichen Festanlass. In Rom führte man dieses Fest 650 ein. Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu, wodurch sich der Name „Mariä Lichtmess“ einbürgerte. Das hatte seinen Grund darin, dass an diesem Tag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht wurden, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Seit der Liturgiereform wird dieser Tag wieder als Herrenfest gefeiert und führt den Namen „Darstellung des Herrn“.

Zu Mariä Lichtmess kommt noch einmal die weihnachtliche Lichtsymbolik zur Geltung: In der Kirche fand eine Lichterprozession statt und eine Kerzenweihe.  An diesem Tag wurden die Dienstleute entlohnt und hatten einige Tage arbeitsfrei. Die Knechte und Mägde besuchten ihre Angehörigen und feierten das Wiedersehen mit Umzügen und Festessen. Für die Bauern begann nun die Feldarbeit, die Weihnachtszeit war offiziell zu Ende.  

Am 3. Februar begeht die katholische Kirche das Fest des heiligen Blasius, der zu den „Vierzehn Nothelfern“ gezählt wird: Der im Jahre 316 durch Enthauptung ums Leben gekommene Märtyrerbischof soll nach der Legende durch seinen Segen einem Kind geholfen haben, das an einer verschluckten Fischgräte zu ersticken drohte. Etwa seit dem 16. Jahrhundert wird in der Kirche der Blasiussegen erteilt, der vor entsprechenden Beschwerden bewahren soll. Blasius gilt als Patron der Ärzte, Bäcker, Hutmacher, Wachszieher, Weber, Wollhändler und Musikanten und wird als Wetterheiliger und Viehpatron verehrt. Da der Heilige als Patron der Haustiere und Pferde verehrt wird, ritzten sich die Hirten seinen Namen in ihren Hirtenstab. Eine Wetterregel für diesen Tag besagt: „Auf Blasius ohne Regen folgt ein guter Erntesegen.“ So spenden die Priester den Gläubigen am Blasiustag oder auch nach den Messen am Fest „Darstellung des Herrn“ (2. Februar) über zwei gekreuzten brennenden Kerzen den Blasiussegen und beten: „Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr von allem Übel des Halses und jedem anderen Übel.“