„Die Tafel“ - eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel

Der Frauenbund bittet wieder um Spenden zugunsten Bedürftiger

 

 

Vilsbiburg. Das Statistische Bundesamt spricht von sechzehn Prozent armer Menschen in Deutschland, 1,5 Millionen dieser Bedürftigen werden von Tafeln unterstützt. Als vor mittlerweile 25 Jahren Sabine Werth und ihre Gruppe „Berliner Frauen e.V.“ die erste Tafel gegründet haben, war sicherlich nicht vorhersehbar, dass der Bedarf kontinuierlich ansteigen würde und dass im Lauf der Zeit nicht mehr nur Erwerbslose, Rentner und Alleinerziehende auf diese Hilfe angewiesen sein könnten. Angesichts steigender Mieten und Energiekosten gegenüber stagnierenden Löhnen reicht in vielen Haushalten das Einkommen schon längst nicht mehr für die alltäglichen Bedürfnisse.

 

„Armutsbekämpfung muss endlich ein erkennbar wichtiges Ziel der Politik sein“, forderte im Rahmen einer Pressemitteilung Jochen Brühl, der Vorsitzende von Tafel Deutschland. „Ich frage mich“, so führte Brühl weiter aus, „weshalb die Tatsache, dass in Deutschland Millionen Menschen von Armut betroffen sind, nicht eine ebenso große Welle der Empörung auslöst, wie drohende Dieselfahrverbote. Wir brauchen ein sozial gerechtes Deutschland, jetzt!“

 

Im Kampf gegen die Armut stehen Tag für Tag deutschlandweit Frauen und Männer bereit um mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz eine Brücke zu schaffen zwischen Überfluss und Mangel. Sie sammeln für die 940 Tafeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese Sachen gegen eine symbolische Bezahlung an berechtigte Abholer.

 

Seit 2006 hat es sich der Frauenbund, und besonders die damalige Vorsitzende Hannelore Eichner, zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr mit Beginn der Adventszeit einen Spendenaufruf zu Gunsten der Vilsbiburger Tafel zu starten. Geldspenden können am ersten Adventssonntag bei den Gottesdiensten in der Pfarrkirche abgegeben werden, ebenso bei der Adventsfeier vom Frauenbund und beim Adventsnachmittag der Pfarrheimsenioren. Selbstverständlich werden an diesen Tagen auch Sachspenden angenommen. Hier kommen haltbare Lebensmittel, wie zum Beispiel Nudeln, Öl, Kaffee, Obst-, Gemüse- und Fischkonserven, süßer Brotaufstrich, Fertiggerichte und Tütensuppen in Frage.  Auch kleinere Pakete Waschpulver sind bei den Abholern höchst willkommen.

 

Außerhalb der oben genannten Abgabemöglichkeiten nimmt das Bettengeschäft Hussinger, der Eine-Welt-Laden und Hannelore Eichner in der Janschützstraße sowohl Geld- als auch Sachenspenden entgegen. Von dem gespendeten Geld wird Simone Kappeler, in Absprache mit Hannelore Eichner, frische Lebensmittel als Bereicherung für die Feiertage einkaufen. Diese zusätzlichen „Christkindl vom Frauenbund“ werden dann bei der Weihnachtsausgabe verteilt.

 

Evelyne Betz