Nach dem Freitags Gottesdienstes hielt Pater Robin Xavier einen Bildvortrag.
Mit viel Freude und Stolz stellte er im voll besetzten Pfarrhof in Seyboldsdorf sein Heimatland Indien vor.

 

Seyboldsdorf. Pater Robin versuchte an diesem Abend  in seinem Bildvortrag alle wichtigen Dinge über seine Heimat zu erzählen. Zu Beginn erklärte uns Pater Robin die Bedeutung der Indischen Flagge, die Nationaltiere und -pflanze Tiger, Pfau und Lotus. Der Unabhängigkeit 1947 von den Kolonialmächten, der Lage von Indien das im Norden vom Himalaya und ansonsten nur von Meeren und Ozeanen umgeben ist. Das Indien und China zusammen fast die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen und das Indien mit dem derzeitigen Wachstum in einigen Jahren China als das Bevölkerungsreichste Land wahrscheinlich ablösen wird. Vom Friedenskämpfer Mahatma Gandhi, der Nationalwährung Rupie mit seinem Konterfei auf allen Geldscheinen. Er berichtete über die vielen Sprachen die in Indien gesprochen werden und die vergleichbar sind mit den verschiedenen Dialekten die bei uns gesprochen werden, wovon manche sich noch verstehen und andere gar nicht mehr und fast alle ihre eigene Schrift haben. Im vom Hinduismus 79,8% und Islam 14,2% geprägten Indien sind Christen mit 2,3% eine Minderheit über das ganze Land gesehen, obwohl es über 36 Millionen sind. In seinem Heimatbundesstaat Kerala hingegen sind die Christen mit über 6 Millionen Gläubigen die größte Glaubensrichtung. Trotz des seit Jahrzehnten fast konstanten Anteils, üben die Christen keinerlei missionarischen Druck auf ihre andersgläubigen Mitmenschen aus. Ein Konfessionswechsel zum katholischen Glauben ist nur nach frühestens einem Jahr möglich, wenn sich zeigt das er oder sie sich intensiv informiert haben und aktiv mit voller Überzeugung wünschen Christen zu werden, nicht nur um auf dem Papier Christen zu werden. Trotz einiger Großstädte wie Delhi, leben die meisten Menschen in Indien auf dem Land von der Landwirtschaft. Im Norden wird hauptsächlich Weizen angebaut, im Süden hingegen Reis. Doch es werden auch viele andere Pflanzen angebaut, wie beispielsweise Kartoffeln, Erdnüsse und Raps. Bei den Früchten sind es Ananas, Bananen, Kokosnüsse und Mangos, die vielen Teepflanzen und viele verschiedene Gewürze aber auch die Ernte von Kautschuksaft sichert den Lebensunterhalt vieler Inder. Danach erzählte Pater Robin über seine Heimatregion Kerala. Der in den Tropen gelegene Bundesstaat hat eine fast 600 Kilometer lange Küste, das für ein Angenehmes Klima nicht unter 20 Grad und eine relativ erträgliche Hitze gegenüber manch anderen Regionen sorgt, das die Temperaturen nicht höher steigen lässt als bei uns in heißen Hochsommern. Die Region wird stark vom Monsun beeinflusst, der normalerweise pünktlich mit dem Beginn des Schuljahres dort im Juni anfängt und bis Oktober geht und die Wasserspeicher für das ganze Jahr dabei aufgefüllt werden. Der Name Kerala bedeutet wörtlich übersetzt „Land der Kokospalmen“ und tatsächlich sieht man fast überall dort Kokospalmen. Die Thomaschristen, zu denen Pater Robin gehört führen ihren Ursprung bis auf das Jahr 52 nach Christus auf den Apostel Thomas zurück. Mit den Bildern seiner letzten Reise in seine Heimat nach Indien mit einer Reisegruppe aus Vilsbiburg ging der Vortrag dem Ende nahe.  Er zeigte sein Heimatdorf, wo er Aufgewachsen ist und gelebt hat, den Besuch einer Hochzeit von seiner Familie zu der alle Eingeladen waren und den Besuch einer Schule seines Ordens, von Land und Leuten. Mit einigen Bildern und Videos von der jüngsten Hochwasserkatastrophe beendete Pater Robin seinen Vortrag. Seit über 100 Jahren war Kerala nicht mehr von solch starken Regenfällen heimgesucht worden, unter denen fast zwei Drittel des Bundesstaates betroffen waren. Pater Robin zeigte uns die Bilder nach dem Hochwasser in seinem Dorf und den Häusern von Bekannten und Verwandten die danach vor dem nichts mehr stehen. Spontan wurde nach dem Vortrag von den Zuhörern im Pfarrhof entschieden für die Opfer zu Spenden, Pater Robin bedankte sich für die Spende die er für den Wiederaufbau in seiner Heimat erhielt.