Die Kraft der Firmung

49 junge Christen empfingen das heilige Sakrament

Vilsbiburg. Der Mittwoch war ein großer Tag für die Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg, Gaindorf und Haarbach: Bischof Moses D. Prakasam spendete 49 jungen Christen bei einem festlichen Gottesdienst die hl. Firmung in der mit Blumen geschmückten und gut besetzten Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Der Firmgottesdienst wurde musikalisch begleitet vom Kirchen- und Firm-Projektchor unter der Leitung von Martina Strobl. Der Firmspender begrüßte neben den vielen Gläubigen besonders die Firmlinge, die an diesem Tag die wichtigsten Personen seien.
Nach gut einem halben Jahr Vorbereitung empfingen aus der gesamten Seelsorgeeinheit 49 junge Christen das Sakrament der Firmung in der Pfarrkirche. Mit feierlichem Glockengeläut und festlichem Orgelspiel zogen die Vertreter des Bischofs mit den Ministranten in das Gotteshaus ein, wo Pfarrer Peter König, Pater Xavier Robin, Pater Peter Berger, Pfarrer Günter Müller sowie der Bischof Moses D. Prakasam die Firmlinge mit ihren Paten willkommen hießen. Am Anfang des Gottesdienstes begrüßte Stadtpfarrer Peter König alle Gläubige. Anschließend traten die Firmlinge Michael Hirtlreiter und Regina Maier ans Mikrofon und bedankten sich beim Firmspender , der zurzeit zu Besuch in der Pfarrei in Pfeffenhausen bei Pfarrer Günter Müller weilt, dass er gekommen ist. In fünf Gruppenstunde wurden die Firmlinge von ehrenamtlichen Helfern den Pfarreien gut auf diesen wichtigen Schritt im religiösen Leben vorbereitet. Die Firmung als eines von sieben Sakramenten in der katholischen Kirche ist von besonderer Bedeutung. Sie beinhaltet eine enge Verbindung zur Kirche und die Stärkung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Neben den Gruppenstunden wurden auch Projekte zur Mitarbeit angeboten. Eines davon war die Mitwirkung im Firmgottesdienst. Durch das Sakrament der Firmung wird die Taufe bestätigt und gestärkt.

 

Sie hatten sich hübsch zurechtgemacht , um von Bischof Doraboina Moses Prakasam das heilige Sakrament der Firmung gespendet zu bekommen.  Nach der Lesung und dem Evangelium nach Lukas, gelesen von Pater Berger, mahnte Bischof Moses in seiner Predigt zu Frieden und Harmonie.

Liebe Freunde: (Original Predigt):Jedes mal, wenn wir das Sakrament der Firmung feiern, erfahren wir Pfingsten, der Heilige Geist kommt über uns. Dies geschieht vor allem bei euch liebe Firmkinder; die ihr heute dieses heilige Sakrament empfangt. Dies soll das Schlüsselerlebnis eures Lebens werden, welches alle Bereiche eures Lebens betrifft. Es wäre falsch, dies auf den heutigen Tag und auf diese Kirche hier zu beschränken. Es wäre auch falsch, die Firmung als religiöses Hauptritual oder als Formalität zu betrachten. Wenn der Heilige Geist mit all seinen Gaben über euch kommt, dann bezieht sich das auf das ganze Leben jedes Einzelnen und auch auf das Leben der Gesellschaft. An jene, die dies wahrhaftig glauben und bewusst erleben, werden große Nutzen daraus erfahren für ihr ganzes Leben. Durch sie wird dann auch ihre Umgebung und die ganze Gesellschaft erfüllt werden. Einen klaren Beweis können wir dem Leben der Apostel entnehmen. Als sie Pfingsten erfuhren, wurde ihr Leben total verändert. Diese Apostel, die gefangen waren in ihrer Angst und zitterten, wurden mutig und selbstsicher, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten. Sie überwanden ihre Enttäuschung und Frustration und verkündeten die frohe Botschaft in allen Sprachen und Nationen. Die Apostel, welche vorher Angst hatten, sich zu zeigen und sich versteckten, zogen in jede Ecke der Welt, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten und gaben mutig Zeugnis für ihren Jesus Christus. Das zeigt uns, dass ihr Leben durch den Heiligen Geist total verändert wurde und nach und nach verändert sich auch das Leben der ganzen Menschheit. Daraus  könnt ihr sehen, wie kraftvoll dieses Sakrament der Firmung ist und welche Auswirkungen es in eurem Leben haben wird. Auf der Ebene des christlichen Glaubenslebens macht es auch zu vollen Mitgliedern der Kirche, in die ihr hineingeboren wurdet. Durch die Firmung macht euch Christus zu seinem Verbündeten. Der Heilige Geist gibt euch die Kraft des Glaubens in Wort und Tat zu verbreiten und zu schützen, als wahre Zeugen Christi. Ihr sollt unerschrocken wagen, von Christus zu sprechen. Niemals sollt ihr euch des Kreuzes wegen oder weil ihr Christen seid, schämen. Wenn unser Leben ein Leben in Frieden und Harmonie sein soll, als Einzelne, als eine Familie, als Gruppe, als Vereinigung, als Gesellschaft, als Nation und schlussendlich als Menschheit, dann brauchen wir Gaben wie: Klugheit, Verständnis, Rat, innere Kraft, Stärke und Wissen. Wer oder was kann uns diese Gaben schenken? Lebenserfahrung und historische Fakten zeigen, dass Reichtümer, Macht, Schönheit, Körperstärke, auch Namen oder Berühmtheit nicht glücklich machen: Wir haben Menschen gesehen, die trotz all diesen weltlichen Qualitäten unglücklich und depressiv sind.

 

Sie haben keinen Frieden und leben nicht in Harmonie. Da müsste etwas mehr hinter diesen weltlichen Qualitäten stehen, etwas das uns Frieden und Harmonie beschert. Es ist der Heilige Geist, der uns Verständnis und innere Kraft, Weisheit und Stärke gibt, als Instrumente für Frieden und Harmonie, der gleiche Geist, der uns auch Frömmigkeit und Ehrfurcht vor Gott schenkt. Wenn wir das erkennen, verstehen wir auch die große Bedeutung der Firmung in unserem Leben. Mehr als Wohlstand, Macht, und wichtige Positionen brauchen wir Frieden und Harmonie in unserem Leben, liebe Freunde. Dies erhalten wir von Gott. Wir sind gesegnet und haben Glück, uns Mitglieder dieser Kirche nennen zu dürfen, durch Jesus, den Gründer und Retter der ganzen Menschheit. In dieser Kirche haben wir das Pfand des Glaubens und die Sakramente als Tür und Draht zu Gottes Gnade. Lasst uns aus diesen Gottesgaben in unserem Leben das Beste machen. Seid nicht ängstlich und besorgt in diesem Leben. Gott nimmt Anteil und kümmert sich um euch. Er interessiert sich für euch. Alles war ihr tun müsst, ist Christus und seine Kirche ernst zu nehmen. Christus sagt jedem von uns „meine Gnade reicht für dich“. Ein sicherer Weg, diese Gnade zu erhalten, ist die Kirche mit Jesu Sakramenten. Auf all unseren Wegen sind wir umgeben vom Heiligen Geist der Wahrheit und der Kraft der Gottesfurcht und der Heiligkeit durch Jesus Christus versprochen den Aposteln und allen Jüngern auch euch Firmlingen und Paten und uns allen. Es ist mein herzlicher Wunsch und Gebet, dass manche von Euch, liebe Firmkinder würden Ja sagen, wann Gott sie ruft für einen geistlichen Beruf. Bitte bleibt offen für eine solche Möglichkeit in eurem Leben. 

Nach dem Lied „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ bat der Firmspender die Firmlinge dem Bösen zu widersagen und die Treue zu halten.  Anschließend spendete der Geistliche allen Firmlingen das Sakrament der Firmung. Dabei legte der Spender dem Getauften jeweils die Hand auf und sprach: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Mit den Worten zeichnete der Prälat den Firmanten mit Chrisam (geweihtes Öl) ein Kreuz auf die Stirne. Es folgten persönliche Worte für jeden Gefirmten wie auch den begleitenden Paten.

 Im Anschluss trugen Firmlinge und Katechesen die Fürbitten vor. Am Ende des Gottesdienstes trat Pater Robin ans Mikrofon und bedankte sich beim Firmspender und bei allen, die in irgendeiner Weise bei den Vorbereitungen mitgeholfen hatten sowie ganz besonders dem Kirchenchor und den Instrumentalisten, die mit meditativen, besinnlichen, aber auch beschwingten Liedern viele musikalische Höhepunkte setzten. Besonders hervorzuheben ist dabei die solistische Leistung von Anton Häglsperger.  Nach dem Abschlusssegen trafen sich die Firmlinge mit ihren Paten und Angehörigen unter den Arkaden zum Stehempfang, wobei Gelegenheit gegeben war mit dem Vertreter des Bischofs einige Worte zu wechseln und Erinnerungsfotos zu machen. 

Irmgard Sattler

 

Info: Die offiziellen Fotos der Firmung sind bei der Fotowelt in Landshut zu beziehen. https://fotowelt.la/