Mit einem Tütchen Salz durch die Fastenzeit 2019

 

 

Wer kennt sie nicht die Meldung im Radio: "Vorsicht vor Blitzeis". Mit Salz kann man einen Eispanzer schmelzen. Am Aschermittwoch verteilte Stadtpfarrer Peter König an die Gläubigen beim Gottesdienst nicht  nur das Aschenkreuz, sondern gab jedem ein Tütchen Salz mit in die kommenden Tage der Fastenzeit. "Es gibt so viel Kälte zwischen den Menschen, so viel Eispanzer, selbst um die Herzen vieler Christen. Nehmen Sie bitte ihr Tütchen zu Hause in die Hand, öffnen sie es und machen sie den Zeigefinger etwas nass, holen sie etwas Salz heraus und lassen sie es langsam auf der Zunge zergehen. Wir müssen die Kraft des Salzes richtig schmecken, mit allen Sinnen spüren". Salz kann Eis zum Schmelzen bringen. Nützen wir die Tage der Fastenzeit überall, wo wir die tödliche Kälte zwischen Lehrer und Schüler, zwischen Eltern und Kinder, zwischen Nachbarn und Bekannten spüren, da sollen wir wie Salz wirken: auflösend, aufbrechend, befreiend. Salz schützt vor Fäulnis. Überall da, wo etwas faul werden kann: im Staat, in der Schule, zu Hause, d. h. immer da, wo Mauern der Trennung errichtet und Menschen in die Ecke gestellt werden, wo Rufmord begangen und Hass gepredigt wird, wo Terror herrscht und faule Kompromisse geschlossen werden, da müssen wir etwas unternehmen. Salz gibt den rechten Geschmack. Wir Christen sollen die Würze für diese Welt sein, die anderen wieder mehr Mut zum Leben geben. Was kann eine kleine Prise Freude bewirken? Salz trägt, denken Sie an das Tote Meer. Wir sollen zum tragenden Grund werden für die, die unterzugehen drohen, weis sie mit ihren Problemen nicht fertig werden. Wir sollen die mittragen, denen der Boden unter den Füßen brüchig geworden ist. Das Leben wird schon erträglicher, wenn wir uns besser miteinander vertragen. Salz kann uns in den kommenden Tagen der Fastenzeit immer wieder hinweisen auf Umkehr, uns auf den Weg zu machen, aufeinander zuzugehen.

 

Pfarrer Peter König