Würdevoller Empfang von Neupriester Bernhard Häglsperger

Taufvesper mit Primizsegen in der Pfarrkirche

 

 

Nachdem Bernhard Häglsperger am Samstag im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Mariendom von Freising zusammen mit sechs anderen jungen Männern von Kardinal Reinhard Marx zum Priester geweiht worden war, bereiteten ihm am Sonntag eine große Anzahl Pfarrangehöriger einen würdigen Empfang in seiner Heimatstadt. Neben Vertretern der Stadt Vilsbiburg, waren Abgesandte kirchlicher und weltlicher Vereine, Angehörige von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat und natürlich Stadtpfarrer Peter König zusammen mit Pater Robin und einer Schar Ministranten zur Mariensäule in die Freiung gekommen um den Neupriester im Triumphzug zur Pfarrkirche zu geleiten.

 

Nach einem Willkommensgedicht, vorgetragen von Erstkommunionkindern, begrüßte Stadtpfarrer König ganz offiziell den jungen Priester in seiner Heimatpfarrei. König spannte in seiner Ansprache einen Bogen von den Jubiläen 100-Jahre Patrona Bavariae und 100-Jahre Marienerscheinung von Fatima zu der Mariensäule unter der die Vilsbiburger jetzt im Augenblick "ihren" Primizianten empfingen. Er wünschte Bernhard Häglsperger: "Dass Maria, die Mutter des Herrn dich bei der Hand nehmen möge und dich sicher durch dein Leben geleiten möge". Ähnlich herzlich waren Grußworte die Bürgermeister Hans Sarcher im Namen der Stadt an den Neupriester richtete. Sarcher betonte, dass sich Vilsbiburg sehr wohl der Ehre bewusst sei, endlich nach sechzehn Jahren, wieder eine Primiz feiern zu dürfen. Er wünschte Bernhard Häglsperger, nicht nur einen würdevollen Primiztag, sondern auch Anerkennung und Achtung an seiner späteren Wirkungsstätte.

 

Sichtlich gerührt und strahlend vor Freude bedankte sich Häglsperger für alle guten Wünsche und das Interesse der Pfarrangehörigen an seiner Person. "Es tut gut, wenn man so warmherzig und unvoreingenommen empfangen wird". Mit einem sehr emotionalen Gebet stellte sich Häglsperger, die Anwesenden natürlich eingeschlossen, unter den Schutz der Gottesmutter Maria. Die Hymne "Gott mit dir du Land der Bayern" beendete die Feierlichkeiten an der Mariensäule und begleitet vom Musikverein, den Honoratioren von Stadt und Pfarrgemeinde, den Vereinen und nicht zuletzt den Pfarrangehörigen ging es durch die Obere Stadt zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.

 

In dem gut besuchten Gotteshaus fand aus Anlass von Priesterweihe und Primiz eine Taufvesper statt. Orgelspiel und Gesang unter der Leitung von Alexandra Lainer gaben der Vesper einen ungewöhnlich feierlichen Rahmen. Hymnen, gesungene Psalmen, ein ebenfalls gesungener Text aus der Offenbarung und ein Lobgesang Marias nach einem Text aus dem Lukasevangelium beeindruckten alle Anwesenden sehr nachhaltig. Natürlich durfte am Ende der kirchlichen Feier der Primizsegen von Bernhard Häglsperger nicht fehlen.

 

Beim Stehempfang im Pfarrheim richteten neben Bürgermeister Sarcher und dem stellvertretenden Landrat Lehner auch der evangelische Pfarrer Michael Lenk und Prodekan Pfarrer Hermann Stanglmayr kurze Grußworte an den Primizianten. Pfarrer Lenk ging an dieser Stelle nochmal auf die sehr emotional gestaltete Vesper ein. Er wünschte dem jungen Priester, dass er immer "munter" bleiben möge - munter in dem Sinne von aufgeschlossen und neugierig und als zweiten Wunsch fügte Pfarrer Lenk an, Häglsperger soll sich bemühen "sein eigenes Ding zu machen". Das bedeutet auch manchmal, so der evangelische Pfarrer, eine eigene, abweichende Meinung zu haben, verkrustete Strukturen zu hinterfragen und neue Ideen einzubringen. Als letztes wünschte Pfarrer Lenk "einen guten Beschluss". Dieser etwas ungewöhnliche Ausspruch ist in der fränkischen Heimat von Lenk als Neujahrgruß üblich und umschreibt, dass alles was man anpackt immer möglichst gut zu Ende gebracht werden sollte. Lieber ein Problem für kurze Zeit "in die Schublade legen" und für eine spätere Lösung aufbewahren, als sich mit offenen Problemen zu belasten. Pfarrer Lenk hatte auch ein kleines Geschenk für den musikalisch sehr talentierten neuen Hochwürden, wie er Bernhard Häglsperger scherzhaft titulierte - ein kleines Bändchen mit Choraltexten.

Die letzten guten Wünsche für Bernhard Häglsperger blieb dem Ahamer Pfarrer Hermann Stanglmayr vorbehalten. Stanglmayr hatte vor dreißig Jahren, im Dezember 1987 als Kaplan in Vilsbiburg den kleinen Bernhard getauft. "Die heutige Taufvesper, zu Beginn der anstehenden Feierlichkeiten war ein sehr berührender Moment für mich und ich freue mich besonders", so Pfarrer Stanglmayr,  "dass ich mit der Taufe sozusagen den Grundstein für den heutigen Festtag gelegt habe".

 

Evelyne Betz

 

 

Anmerkung: Für den Kirchenzug am Primizsonntag werden die Anwohner entlang der Kirchstraße und weiter die Frontenhausener Straße über den Pfarrbrückenweg bis zur Festhalle gebeten ihre Häuser dem Anlass passend zu schmücken.