Aschermittwoch- Beginn der Fastenzeit

 

 

Vilsbiburg. Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt in den beiden großen Kirchen die 40-tägige Fastenzeit. Sie bietet den Menschen Möglichkeiten, eingefahrene Alltagsgewohnheiten neu zu überdenken. Um dies auch sichtbar zu machen, wird der Aschermittwoch – neben dem Karfreitag – als strenger Fast- und Abstinenztag vorgeschrieben. An diesem Tag empfangen die Besucher nach den Gottesdiensten das Aschenkreuz: Asche und Kreuz weisen den Christen auf die Vergänglichkeit hin. Die Zahl 40 hat einen biblischen Hintergrund. Das Volk Israel zog 40 Jahre durch die Wüste, Jesus war 40 Tage in der Wüste, um sich für sein öffentliches Wirken vorzubreiten, 40 Tage nach Ostern kehrt Jesus zu seinem Vater zurück.

Beginn der Fastenzeit Ganz bewusst beginnen viele Christen die Fastenzeit mit dem Besuch des Aschermittwoch-Gottesdienstes. Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Der Name Aschermittwoch stammt von dem Brauch, in der Messe dieses Tages die Asche verbrannter Palmzweige aus dem Vorjahr zu segnen und den Gläubigen ein Kreuz aus dieser Asche auf die Stirn zu zeichnen. Das Aschenkreuz wurde ursprünglich bei Männern auf das Haupt gestreut und bei Frauen auf die Stirn gezeichnet. Heute sind beide Formen üblich. Der Geistliche spricht bei der Auflegung des Aschenkreuzes zu jedem Einzelnen die Worte: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ oder auch: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“.

Salz für die Gläubigen

Am Aschermittwoch verteilt Stadtpfarrer Peter König an die Gläubigen beim Gottesdienst nicht nur das Achenkreuz, sondern auch ein Tütchen mit Salz. Christen sollen die Würze für diese Welt sein, die anderen wieder mehr Mut zum Glauben geben. Salz soll in den kommenden Tagen der Fastenzeit immer wieder auf eine Umkehr hinweisen. Die Menschen sollen sich auf den Weg machen und aufeinander zugehen.

Die Gläubigen, die zwischen 14 und bis 60 Jahre alt sind, sollen in der Fastenzeit als äußeres Zeichen von Buße und Besinnung auf Dinge verzichten – etwa auf Schokolade, Alkohol, Facebook oder das Autofahren. Im Mittelalter waren auch Fett, Eier und milchhaltige Produkte verboten; heute kommen soziale Netzwerke, Fernsehen oder Computerspielen dazu. Zudem sollen die Gläubigen nur eine volle Mahlzeit am Tag und je zwei kleinere Stärkungen zu sich nehmen. Schließlich gilt an allen Freitagen das Gebot der Abstinenz, also des Verzichts auf Fleisch, weil der Freitag an den Tod Jesu Christi erinnert. Aschermittwoch und Karfreitag sind Fasten- und Abstinenztage in einem.

Andere Völker, andere Sitten

Pater Robin Xavier wurde in Pooyamkutty, einem kleinen Dorf im Bundesland Kerala in Südindien geboren: „Aschermittwoch ist genauso wichtig ein Thema bei uns wie hier. Es beginnt die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch. Alle Gläubigen nehmen am Gottesdienst teil und das Kreuz mit Asche bleibt den ganzen Tag auf der Stirn. Die Gläubigen verzichten auf das Mittagessen und auf Fleisch am Aschermittwoch“.

Am Aschermittwoch beginnt die aktuelle Fastenaktion der evangelischen Kirche: „Mal ehrlich. Sieben Wochen ohne Lügen“ – unter diesem Motto steht die Fastenaktion 2019. Dies gilt als Aufforderung, sich dem täglichen Umgang mit der Wahrheit zu widmen.

 

Am Aschermittwoch wird allen Kindern und Erwachsenen bei allen Gottesdiensten in der Pfarreiengemeinschaft ein Aschenkreuz aufgelegt. In der Stadtpfarrkirche sind um 9 und um 19 Uhr Gottesdienste, in der Bergkirche um 9 Uhr, in Seyboldsdorf um 16 Uhr und in Gaindorf um 19 Uhr.


Irmgard Sattler