Fußwallfahrt nach Altötting

 

 

Am vergangenen Samstag machten sich über 20 Pilger aus der Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg und anderen  Pfarreien  zur Diözesangrenzen überschreitenden Wallfahrt nach Altötting auf. Schon um 3.00 nachts machte man sich auf den 45 km langen Weg. Dass dies von Vorteil war, erkannte man erst, als die  morgendliche Kühle von der Hitze vertrieben wurde. Betend und singend zog man, begleitet und abgesichert durch zwei Autos ging es  über Aich, Treidlkofen, Wiesbach nach Blindenhaselbach. Dort war die erste Pause eingelegt, in der sich die für den weiteren Weg stärken konnten. Viele Umleitungen und Sperrungen gab es da. Doch der Pilger kennt sein Ziel und lässt sich auch durch solche Schwierigkeiten nicht entmutigen. Damit die Gruppe auch sicher unterwegs war, ließ es sich die Polizei Mühldorf nach einigen Telefonaten mit Pfarrer König nicht nehmen, die Wallfahrer mit Blaulicht  ein Stück des Pilgerweges zu begleiten. Dafür noch nachträglich herzlichen Dank. Weiter ging der Weg über Haunersholzen nach Georgenberg, wo die zweite Rast eingelegt wurde. In der Zwischenzeit kletterte das Thermometer auf 32 und es flossen auf dem  letzen Teil des Weges so manche extra Schweißperlen. Über Wald und Holzen erreichten die Pilger schließlich gegen 14.30 den Kapellplatz. Hier hatten sich auch schon Angehörige  der Pfarreien Seyboldsdorf, Haarbach und Gaindorf eingefunden, denen der Fußmarsch zu anstrengend war. Mit Auto oder Fahrrad bewältigte man die Strecke nach Altötting. Betend und singend zog man um die Gnadenkapelle und fand sich zum  gemeinsamen Dankgebet vor dieser ein. Danach traf man sich in der Bruder Konradkirche zum Gottesdienst. Zu Beginn bedankte sich Stadtpfarrer König bei den Teilnehmern für das gemeinsame Beten und Singen auf den Weg nach Altötting. In seiner Predigt, er den Tagesheiligen, den Hl. Vitus vor. Dieser wurde durch seine Standhaftigkeit im Glauben bekannt und zählt heute zu den 14 Nothelfern. Laut Legenden wurde er  gefoltert, in einen Kessel mit heißem Öl geworfen und dann endgültig hingerichtet. Seine Verehrung setzte  bald danach ein. Die Reliquien wurden 836  ins Kloster Corvey an der Weser übertragen. Ein Teil der Reliquien ruht jetzt im St. Veitsdom in Prag.

 

 

Was Heilige sind, versuchte Pfarrer König wie folgt zu erklären. Heilige haben sich nicht selbst auserwählt und befähigt sondern sind von Gott als Mitarbeiter auserwählt und berufen worden. Auf Grund des Vertrauens auf Gott können sie Belastungen und Schwierigkeiten ihres Lebens und ihres Dienstes bestehen. Das Leben bei Gott ist keine Belohnung für ihr eigenes Tun, sondern ein aktives Handeln Jesu an den Menschen. Er holt sie als Mitarbeiter in ein Leben mit Gott, dessen Ziel es ist, alle Menschen zu einem vertrauensvollen Glauben an Jesus zu führen und sich von ihm holen zu lassen. Zum Schluss des Gottesdienstes empfahl Pfarrer König alle Anliegen und Bitten der Pilger der Fürsprache des Hl. Vitus, des Hl. Bruder Konrads und besonders der Gottesmutter Maria. Am späteren Nachmittag traten dann per Bahn oder Auto die meisten Pilger ihre Heimfahrt an. 

 

Monika Kaspar