Festliche Adventseröffnung unter dem Turm

Vilsbiburg. Am Samstag läuteten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde bei einer ökumenischen Eröffnung unter dem Turm der katholischen Stadtpfarrkirche bei stimmungsvoller Fackelbeleuchtung die Adventszeit ein. Dabei erklang festliche Musik der Bläsergruppe der Realschule Vilsbiburg unter der Leitung von Josef Eibelsgruber. Die Glocken der Pfarrkirche antworten mit verschiedenen darauf abgestimmten Klangkombinationen. Der evangelische Pfarrer Andreas Reisberg und der katholische Pfarrer Peter König sprachen Texte und Gebete, dabei wurden auch die mitgebrachten Adventskränze gesegnet.

Pfarrer König erläuterte kurz die Entstehung des Adventskranzes: Der Brauch des Adventskranzes ist relativ jung und kommt aus Norddeutschland. Erstmals hängte dort ein evangelischer Theologe und Erzieher 1839 in einem Waisenhaus einen Adventskranz auf. Dieser war damals noch ein hölzernes Wagenrad von zwei Metern Durchmesser und war mit 28 Kerzen bestückt: Mit 24 kleinen roten und vier dicken weißen. Jeden Abend durfte eines der Kinder eine Kerze am Adventskranz anzünden, bis dann am Abend vor Weihnachten der ganze Raum im hellen Licht erstrahlte. Mit seinem Adventskranz wollte der Theologe die Kinder auf Weihnachten einstimmen. Die Idee sprach sich schnell herum und in immer mehr evangelischen Kirchen wurde ein Adventskranz aufgehängt. Ab 1925 übernahmen auch katholische Gemeinden diesen Brauch und schon bald stand oder hing auch in immer mehr privaten Wohnzimmern ein Adventskranz. Aus praktischen Gründen war man inzwischen aber dazu übergegangen, nur noch vier Kerzen für die vier Adventssonntage draufzusetzen. Mittlerweile gehört der Adventskranz in vielen Ländern weltweit ganz selbstverständlich zur Adventszeit dazu und erhellt mit seinem Kerzenschein die dunkle Winterzeit.

Irmgard Sattler